Mobbing| Cybermobbing und seine Auswirkungen

 

 

 

 

In nur kurzer Zeit wurde ich jetzt in meiner Praxis mehrfach mit dem Thema Mobbing konfrontiert, und bin, sicher nicht zufällig, auch in der ZDF Mediathek auf eine Dokumentation über Cybermobbing gestoßen. Für mich Anlass genug, dieses Thema in meinen Beiträgen aufzugreifen, denn es scheint immer mehr an Relevanz zu gewinnen.

Ich habe mich kürzlich auch mit dem Thema Narzissmus beschäftigt, mit der Zunahme narzisstischer Charaktere in unserer Gesellschaft, wie dies nicht nur mir aufgefallen ist, sondern im Februar diesen Jahres auch Thema einer dreiteiligen ARD Alpha Dokumentation war, und ich würde mal davon ausgehen wollen, dass das eine mit dem anderen in enger Verbindung steht, auch wenn die Zunahme an Narzissmus in der Gesellschaft zweifelsohne nicht der einzige Grund für die Zunahme an Mobbing ist.
Ein wesentliches Element des Narzissmus jedoch ist das Erniedrigen, Herabsetzen anderer Menschen. Insbesondere krankhaft narzisstische Charaktere brauchen dies, denn so selbstbewusst, selbstsicher sie auch nach außen auftreten, so wenig davon haben sie tatsächlich in ihrem Inneren. Genau aus diesem Grund brauchen sie das Herabsetzen anderer, um sich selbst besser fühlen zu können. 

Machen sie dies in aller Öffentlichkeit, lenken sie von ihren eigenen Defiziten ab und rücken sich im Gegenteil sogar noch in den Vordergrund.

Weitere Ursachen für die offensichtliche Zunahme an Mobbing sehe ich einerseits in dem Leistungsdruck, der immer mehr zugenommen hat, und andererseits in der Unzufriedenheit und auch Angst aufgrund des Geschehens auf unserer Welt insgesamt in den letzten Jahren.
Als SARS-COV-2 bzw. die Corona-Maßnahmen begannen, dachte ich eigentlich, dass dies die Menschen mal wieder etwas demütiger machen würde. Schnell musste ich jedoch, als es im Sommer 2020 wieder zu einigen Lockerungen kam, feststellen, dass das ganze Gegenteil der Fall war. Die Menschen waren noch egoistischer, noch fordernder geworden, und bekriegten sich auch noch gegenseitig.

In 2021, die Unzufriedenheit über die Corona-Maßnahmen war inzwischen ganz offensichtlich sehr groß, musste ich dies auch mehrfach am eigenen Leibe erfahren, und es war ganz offensichtlich, dass die Menschen einfach nur ihren Frust loswerden wollten. Dies allerdings vollkommen unpassend und beim völlig falschen Adressaten …….

……. und genau das ist teilweise auch das Problem beim Mobbing..
Es hat sich zu viel Druck aufgebaut, zu viel Unzufriedenheit, vielleicht auch Angst, die man allesamt irgendwo loswerden möchte, und da man sich oft nicht traut, sie an der Stelle loszuwerden, die dafür gesorgt hat, muss ein vermeintlich Schwächerer herhalten, das Mobbing-Opfer.

Weitere Ursachen von Mobbing können sein:
– Missbrauch von Macht
– Neid
– Soziale Stellung (Materielle und/oder familiäre Situation)
und natürlich Faktoren wie
– Nationalität
– Kultur
– Religion

Ganz gleich, um welche Ursache es sich handelt, als Mobbing-Opfer kann man in nahezu allen Fällen davon ausgehen, dass nicht das Mobbing-Opfer selbst das Problem ist, sondern der Täter mit sich, seinen Lebensumständen, seiner Situation unzufrieden, unglücklich ist, und sich an einem vermeintlich Schwächeren abreagiert.

 

Ein ganz andere Dimension kann noch das sogenannte Cybermobbing erreichen, wie dies an dem Beispiel der Lijana Kaggwa kürzlich in einer Dokumentation  der 37 Grad Reihe von ZDF zu sehen war. Denn beim Cybermobbing geht es nicht nur um ein paar – wobei ich solche Fälle damit keinesfalls herabwürdigen möchte – Mitschüler, Arbeitskollegen o.ä., sondern um Tausende von menschen, die sich unter Umständen daran beteiligen, wie es im Falle von Lijana Kaggwa war. Dabei blieb es nicht einmal bei den Beschimpfungen im Netzt, sondern verfolgte sie dies bis in ihr reales Leben, wurde sie verfolgt und bedroht. Eine, wie sie selbst sagte, zuvor selbstbewusste junge Frau, die plötzlich anfing, massiv an sich zu zweifeln, bis sie vom Bündnis gegen Cybermobbing e.V. erfuhr, was da tatschlich vor sich geht.
Damals war sie dem Suizid nahe, heute kämpft sie für andere Mobbing-Opfer, insbesondere Cybermobbing, nimmt an Informationsveranstaltungen teil und hilft Opfern.

Eine rechtliche Handhabe gibt es für Mobbing-Opfer leider bis heute nicht. Ein Kavaliersdelikt aber ist es in meinen Augen wahrlich nicht, denn die Folgern für Mobbing-Opfer sind gravierend, und wirken sich, mindestens dann, wenn es einem Menschen bereits als Kind widerfährt, unter Umständen auf das gesamte Leben aus, wie ich tatsächlich einen solchen Fall in meiner Praxis hatte. Meine Klientin hatte auch viele Jahre danach Probleme, Menschen zu vertrauen, führte ein eher zurückgezogenes Leben, und hatte nicht nur Schwierigkeiten, Freundschaften einzugehen, sondern auch eine Partnerschaft. Sie hat seinerzeit vier Mal die Schule wechseln müssen, weil sie immer mit dem schlimmsten rechnete und es entsprechend der sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiung auch immer wieder zu Mobbing kam.
Bei einem Klienten, der durch seinen Chef massiv gemobbt wurde, kam es nicht nur zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zu Gewichtszunahme, sondern wäre auch fast seine Ehe daran gescheitert, weil er auch Schwierigkeiten hatte, sich seiner Frau mitzuteilen, Scham empfand und alles in sich hinein schluckte.

Das A und O für Sie als Mobbing-Opfer ist, dass Sie sich die Schuhe, die man ihnen anziehen will, nicht anziehen, denn Sie passen Ihnen garantiert nicht! Wie gesagt, nicht Sie als Mobbing-Opfer sind das Problem, sondern hat der/die Täter/in mit sich selbst ein Problem, das er/sie auf Sie projiziert. Setzen Sie sich zur Wehr, sprechen gegebenenfalls mit Ihrem Vorgesetzten und bitten um Unterstützung, als Eltern mit der Lehrerschaft, …………………………. und wenn gar nichts hilft, ziehen Sie sich aus der Situation heraus, indem Sie den Arbeitsplatz wechseln, Ihr Kind die Schule, …………………….. und suchen sich im Bedarfsfalle professionelle Unterstützung zur Verarbeitung des Ganzen.

 

……. und sollte Ihnen noch heute ein (weit) zurückliegendes Mobbing in Ihrem alltäglichen Leben Probleme bereiten, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, eine Tiefenpsychologische Therapie nach dem menssensus® Verfahren zu machen, die sie auf unbewusster Ebene von den Folgen des Mobbings, von den Prägungen befreit.

Niemand kann dir ohne deine Zustimmung das Gefühl geben, minderwertig zu sein.
Eleanor Roosevelt